Giftmüllanlage in Singen geplant
Wird im Singener Industriegebiet bald giftiger Problemmüll entsorgt?

Wie aus Berichten von regionalen Medien hervorgeht soll in Singen eine große Giftmüllanlage gebaut werden. Ein Antrag zum Bau dieser Anlage liege vor, darüber entschieden sei aber noch nicht, sagt Martin Buser, Leiter des Amtes für Abfallrecht und Gewerbeaufsicht des Landratsamtes Konstanz. Die Betreiberfirma will 6 Millionen Euro in den Bau investieren.
In der Anlage sollen bis zu 120 000 Tonnen Material im Jahr verarbeitet werden. Das sind Stoffe die in anderen Verbrennungsanlagen anfallen, dort aber wegen ihrer Giftigkeit nicht ausreichend entsorgt werden können. Laut Oberbürgermeister Oliver Ehret handelt es sich um mineralische Stoffe, die in fester, staubförmiger oder in flüssiger Form vorliegen könnten.
Ob die Anlage gebaut werden darf ist laut Martin Buser noch völlig offen, wenn aber die gesetzlichen Vorgaben erfüllt wären dürfe man eine Genehmigung nicht verwehren. In zwei anderen Orten, wo die gleiche Betreiberfirma ebenfalls eine solche Anlage bauen wollte, hatte das Vorhaben wegen massiven Protesten aus der Bevölkerung aufgegeben werden müssen. In Mönchweiler im Schwarzwald und in Trossingen war der Gegenwind offenbar so groß geworden, dass sich die Betreiberfirma einen anderen Ort hatte suchen müssen.
Nur ein Zufall dass diese Firma nun ihr Auge auf Singen geworfen hat? Im überschaubaren und betont unpolitischen Singen dürfte die Firma wohl wenig Gegenwind erwarten. Die Singener waren in vergangener Zeit mit vielen Dingen beschäftigt, die Verbesserung ihrer Lebenssituation gehörte aber nicht unbedingt zu den bevorzugten Tätigkeiten. Sicherlich spielen solche Aspekte auch eine Rolle in der Denke eines Investors, der mit seinem Vorhaben schon zwei mal gescheitert ist.
Ob es zu einem Bau der Anlage kommen wird wird sich nicht zuletzt daran entscheiden ob in Singen genug Menschen da sein werden, die sich diesem Vorhaben entgegenstellen. Stadtverwaltungen haben in der Vergangenheit häufig gezeigt dass sie keine Skrupel haben gegen den Willen der Bevölkerung zu handeln, wenn genug Geld im Spiel ist. Ob die hier angegebenen 6 Millionen Euro als wichtig genug erachtet werden ist schwer zu sagen. Auch ist noch völlig unklar ob es bei dieser Summe bleibt.
