Singener Wochenblatt zieht die Reissleine
Die Podiumsdiskussion des Singener Wochenblatts am Aschermittwoch wird nun doch ohne Parteien stattfinden, die noch nicht im Landtag vertreten sind. Nachdem einige Kandidaten ihre Beteiligung an der Veranstaltung abgesagt hatten zog das Wochenblatt nun die Notbremse. Am Sonntag hatte auch der Kandidat der ÖDP, Franz Weber, seine Teilnahme an die Bedingung geknüpft, nur dann antreten zu wollen, wenn keine Vertreter von NPD und Republikanern teilnehmen. Vorausgegangen war ein Protestschreiben des Kandidaten der Linken, Michael Krause, der seine Teilnahme an der Veranstaltung absagte. Der Kandidat der Grünen, Udo Engelhardt, zog nach. Auch der SPD-Kandidat, Hans-Peter Storz, hatte angekündigt eine Erklärung verlesen zu wollen, und dann das Podium zu verlassen. Mit Faschisten und Neonazis wollte sich niemand gerne auf ein gemeinsames Podium setzen.
Um die vom Wochenblatt losgetretene Peinlichkeit zu begrenzen, gab es eine Übereinkunft der großen Parteien mit den Veranstaltern, die Diskussion in zwei Runden abzuhalten. In Runde eins sollten die etablierten Parteien zu Wort kommen, in Runde zwei dann die kleineren Parteien, die es noch nicht in den Landtag geschafft hatten. Dadurch entstünde das Bild der gemäßigten (demokratischen) Parteien auf der einen Seite, und der Splitterparteien, die zusammen mit den Neonazis am Radikalentisch diskutieren. In dieses Bild wollte sich Krause nicht drücken lassen. In einem Brief forderte er die anderen Parteien auf gegen die rechten Parteien Stellung zu beziehen. Was dann auch einige Taten. Wie die CDU und die FDP auf die Situation reagierten ist nicht bekannt. Eine öffentliche Stellungnahme derer Kandidaten Wolfgang Reuther (CDU) und Oliver Kuppel (FDP) gab es bisher nicht.
Da die Betreiber des Wochenblatts nun damit rechnen mussten dass ihnen die Veranstaltung um die Ohren fliegt zogen sie die Notbremse. Laut Informationen von SeeOnline wurden sämtliche Kandidaten ausgeladen die nicht im Landtag sitzen. Wohl ein Versuch des Wochenblatts die Veranstaltung noch zu retten. Dabei geht es wieder einmal mit einem groben Rechen vor, indem es alle außerparlamentarische Parteien in den gleichen Topf steckt. Parteien wie die ÖDP, Linke und Piraten werden gleich behandelt wie Neofaschisten und Revisionisten. Mit der gleichen unsensiblen Art und Weise war es auch schon bei der Einladung der Kandidaten vorgegangen.
