Interview mit Swetlana Schunin

Am 16. Mai findet in Ettlingen bei Karlsruhe eine Demonstration gegen Folter mit Non Lethal Weapons statt. Ein deutscher Verein protestiert gegen Missbrauch durch diesen neuen und weitgehend unbekannten Waffentyp. Non Lethal Weapons sind so genannte nicht-tödliche Waffen. Doch der Name täuscht. Diese Waffen können bei entsprechender Handhabung sehr wohl töten. Aus den USA sind zahlreiche Fälle von Todesopfern durch Teaser bekannt. Doch den Protestierenden geht es um etwas anderes. Sie behaupten mit so genannten Directed Energy Weapons gefoltert zu werden. Dabei handelt es sich um Waffen die mit gerichteter Energie arbeiten. Die eingesetzte Strahlung ist unsichtbar und geruchlos. Sie durchdringt Betonwände und Erdhügel mühelos, und ist über hunderte Meter noch wirksam. Guerillanews sprach mit der Vorsitzenden des Vereins Swetlana Schunin.
GN: Am kommenden Montag beginnt in Ettlingen bei Karlsruhe das 6. Symposium zu Non Lethal Weapons, das u.a. vom Frauenhofer Institut veranstaltet wird. Frau Schunin, Sie sind Vorsitzende des Vereins gegen Missbrauch psychophysischer Waffen. Am Montag demonstrieren sie in Ettlingen gegen Menschenversuche. Worum geht es genau?
Swetlana Schunin: Primär handelt es sich bei den sogenannten Non-Lethal Weapons um Geräte, die der Fernerkundung dienen sollen. Über das Millimeter und Submillimeter Frequenzband (Teraherz) lassen sich eben auch die Elektrodistanzwaffen bauen. So soll zum Beispiel das Z106 von Thyssen Krupp sowohl für die optische Fernerkundung als auch für eine schmerzhafte Manipulation an Nervenzellen, genutzt werden können. Diese Entwicklung hinterlässt, so können Sie sich sicher denken, keine sichtbaren Spuren und eine Beweisbarkeit wird in diesem Falle erschwert. Es geht also um den Missbrauch dieser Waffen. So werden diese beispielsweise an unbescholtenen Bürgern der BRD ausgetestet. Die meisten Bürger wissen gar nicht, dass sie mit diesen Waffen bestrahlt werden und für die Zwecke der Waffenindustrie und Lobbyvertreter, missbraucht werden. Wir hier vom Verein gegen psychophysischen Missbrauch wollen ein Sprachrohr sein für alle diese Menschen. Wir treten für ein Verbot dieser Waffen und Machenschaften ein. Wir fordern die Bundesregierung auf endlich tätig zu werden. Wir fordern eine Einhaltung des Gesetzes zum Schutz des Bürgers (vor nicht-ionisierender Strahlung bei der Anwendung am Menschen), vom 01.03.2010. Wir fordern eine unabhängige Kontrollinstanz, um einem Missbrauch zu verhindern. Diese Entwicklung sollte möglichst gestoppt werden bis ein rechtssicheres Verfahren für die Entwicklung und Anwendung der Elektrodistanzwaffen festgelegt ist. Wenn diese Waffen am Menschen getestet werden müssen, dann kann dies beispielsweise mit Freiwilligen durchgeführt werden. Weiterhin fordern wir einen Gesetzentwurf, welcher die Schmerzen und den Schaden der Opfer elektronischer Waffen und von Organisiertem Stalking anerkennt und den Opfern die unbefristete Klage auf angemessene Entschädigungszahlungen ermöglicht.
GN: Wer organisiert das Symposium?
Swetlana Schunin: Die Veranstaltung wird vom Frauenhofer Institut veranstaltet, in Zusammenarbeit mit der European Working Group Non-Lethal Weapons. Diese Institutionen arbeiten an der Entwicklung moderner elektromagnetischer Waffensysteme.
GN: Richtet sich Ihre Demonstration gegen das Symposium?
Swetlana Schunin: Nein, unsere Demonstration richtet sich gegen die Produktion dieser Waffen und gegen die Anwendung an unschuldigen Menschen.
GN: Welche Leute sind in Ihrem Verein organisiert?
Swetlana Schunin: Der Verein besteht aus Mitgliedern aus Deutschland und auch den angrenzenden Europäischen Nachbarstaaten, wie zum Beispiel Österreich. Es gibt eine Homepage: www.psychophysischer-terror.de.tl/, die regelmäßig aktualisiert wird, mit den neuesten Erkenntnissen der Forschung sowie, Veränderungen in der Politik. Hier finden Sie Berichte von Opfern, als auch bekennenden Tätern.
GN: Was sind die Ziele des Vereins?
Swetlana Schunin: Das primäre Ziel ist die Informierung der Bevölkerung über die Verbrechen. Schließlich werden Menschen misshandelt und missbraucht, deren Regierungen die Antifolterkonventionen sowie, die UN Menschenrechtserklärung unterzeichnet und anerkannt haben. Viele Menschen haben Angst, denn sie wissen, dass die Regierung die Folter und den Missbrauch unterstützt, wenn auch manchmal nur durch „wegschauen“. So ist es gut, wenn es ein Netzwerk mit engagierten Menschen gibt, die nicht nur Beratung auch Rückhalt bieten können. Viele Lebensberichte von Betroffenen zeigen deutlich: ein einzelner hat keine Lobby.
GN: Was für Leute zählen zu den Betroffenen? Handelt es sich um Menschen mit politisch brisanten Berufen?
Swetlana Schunin: In dem Verein haben sich verschiedener Berufsgruppen zusammengeschlossen. Natürlich finden sich auch Menschen mit politischem Hintergrund darunter. Hier geht es nicht um Zugehörigkeiten zu irgendwelchen ‚Schichten‘. Hier geht es um die Einhaltung von Menschen - und damit Grundrechten! Viele der Betroffenen können aufgrund der langanhaltenden Folter, ihre Berufe nicht mehr ausüben. Es gibt einen sicheren Nachweis (russ. Gesetz von Gurow), dass durch die Dauerbestrahlung Krebserkrankungen hervorgerufen werden können. Wie Sie sich sicher auch vorstellen können, wird das Immunsystem des Menschen ebenso beeinträchtigt.
GN: Wie wirken die Waffen?
Swetlana Schunin: Die Geräte (Terahertz und Mikrowellen) können, zur optischen Fernerkundung, Hauswände durchdringen und werden für den‚ großen Lauschangriff‘ genutzt. Terahertz zum Beispiel findet Anwendung in den Nacktscannern an Flughäfen. So finden diese Geräte ihren Nutzen bei der Naherkundung von Containern nach illegalen Einwanderern oder Sprengstoffen. Bei einem Missbrauch, und davon reden wir hier, findet eine willkürliche Erkundung von Wohnungen statt. Ich weiß nicht, wie es Ihnen mit dem Gedanken geht, dass da irgendjemand in Ihre Wohnung schaut und Sie bei all Ihren Tätigkeiten und Verrichtungen beobachtet. Ich fühle mich damit in meiner Würde verletzt und es würde mich in meiner Persönlichkeit sehr einschränken. Ich könnte mich nicht mehr frei entfalten. Werden mit den Elektrodistanzwaffen Nervenzellen manipuliert, kann dies zu verschiedenen Effekten führen. Zum Beispiel Schmerzen, Brennen, Stechen, Verbrennungen. Werden Nervenwurzeln manipuliert kann damit beispielsweise Erbrechen oder Herzrhythmusstörungen hervorgerufen werden. Auch sind die meisten Regionen des menschlichen Gehirns bereits erforscht. So kann es, bei einer Manipulation durch die Strahlen, zu einem Ausfall der betroffenen Hirnregion kommen. Das Sprachzentrum ist ein recht gut erforschter Bereich des Hirnes und es können so künstliche Störungen der Sprachproduktion hervorgerufen werden. Weiter ist es möglich ein sogenanntes ‚Mikrowellenhören‘ zu erzeugen. Es kann auf diese Art und Weise Information vermittelt werden, ohne dass dies jemand anderes mithören kann. Somit sollte mit der voreiligen Diagnose und Therapie einer Psychose in heutiger Zeit, sehr vorsichtig umgegangen werden. Jedoch ist es auch möglich Strahlenwaffen aus alten, umgebauten Mikrowellenherden herzustellen. Diese können dann für den Nahbereich genutzt werden. Jeder Elektriker ist im Prinzip in der Lage dazu. Und Anleitungen sind, für Interessierte, zuhauf zu finden. Somit gibt es eine Graubereich und die öffentlichen Behörden sollten mit entsprechenden Geräten zur Ortung ausgestattet werden. Auch sind die Geräte mit einem Frequenzbereich, wie sie beispielsweise der Rettungsdienst benötigt, oder Mobiltelefone sind für einen solchen Missbrauch nutzbar.
GN: Gibt es noch andere Dinge unter denen die Betroffenen leiden?
Swetlana Schunin: Die Betroffenen werden ja nicht nur willkürlich bestrahlt. Es erfolgt eine Beobachtung und Kontrolle der Personen. Betroffene, wie die Menschen in unserem Verein, sind dann noch zusätzlich Denunzierungen ausgesetzt. Diese sollen dazu dienen, uns einzuschüchtern, uns ‚ mundtot‘ zu machen, dem sogenannten organisiertem Stalking. Auch ist es unter dem Begriff der „lebendigen Demokratie“ oder „Demokratieübungen“ bekannt geworden. Dies ist allerdings nur aus NRW und Schleswig-Holstein bekannt. Einige der Betroffenen werden, aufgrund ärztlicher Unwissenheit oder Angst, mit starken Psychopharmaka behandelt oder in die Psychiartrie ‚ zum Schweigen‘ gebracht.
GN: Wie reagieren staatliche Stellen auf die Vorwürfe?
Swetlana Schunin: In der Regel werde die Vorkommnisse negiert, eine Zuständigkeit abgewiesen. Aber es wurden auch Betroffene von den Polizeibehörden an die Psychiatrie verwiesen.
GN: Was wünschen Sie sich für die Zukunft?
Swetlana Schunin: Hier möchte ich Albert Schweitzer zitieren, der einmal sagte: „Humanität besteht darin, dass niemals ein Mensch einem Zweck geopfert wird“
Die Demo startet am Montag, 16. Mai um 10 Uhr auf dem Marktplatz in Ettlingen, und am Dienstag, 17. Mai ab 10 Uhr auf dem Marktplatz in Karlsruhe.
